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12.09.2002
Schönes Wetter. Mittags in Lillehammer + 29° C !!
Die beiden Kemptnerinnen
fahren heute wieder heim. Sie waren 3 Wochen in

Vom Vesle Lunkefjell ging es dann steiler bergab nach Sjusjøen. Hier darf ich dann beim Lauf ganz schön aufpassen, da z.T. lose und größere Steine im Weg rumliegen und einige Stufen zu überwinden sind. Später kommt man dann auf einen breiten Feldweg. Man merkt die Nähe von Sjusjøen, denn hier treffe ich ziemlich schnell hintereinander 6 Personen und 1 Läufer, der sich wohl auch noch ein wenig die Strecke anschaut. Jetzt geht es auf ein paar Schotterstraßen rechts und links bis man auf eine geteerte Straße kommt. Das Holzschild des Laufes zeigt nach rechts. Auf der anderen Straße geht etwas rechts versetzt ein Pfad weiter und rechts nur die Straße, aber bei dem Pfad auf der anderen Seite sieht man die ersten Meter kein Schild. Hier bin ich mir echt etwas verloren vorgekommen und ich musste mal meine Karte ein wenig studieren. Laut der Karte konnte nur der Pfad richtig sein und tatsächlich kam nach 200 m auch wieder eine Tafel vom Birkebeiner-Løpet. Auch ein Stück weiter unten, wo dann immer wieder ein paar Querstraßen dazukommen ist man sich nicht immer ganz sicher wo man jetzt laufen soll, aber mit Hilfe der Karte habe ich dann alle Schwierigkeiten gemeistert. Wenn man dann von Nybu wieder auf einen breiten Feldweg kommt, geht es rechts weg und erst mal wieder aufwärts bis man zum Lift Birkebeinerbakken kommt. An diesem geht es mehr oder weniger ohne Weg abwärts bis zur Talstation. Hier kreuzt man die Birkebeiner-Løype. An diese Stelle konnte ich mich tatsächlich noch vom Birkebeiner-Rennet 2001 erinnern. Die Strecke führt aber nicht der Loipentrasse entlang, sondern auf einem schmalen Pfad durch ziemlich viel Wald und da ist es ziemlich sumpfig. Es geht hier ja auch durch Moorgebiet und manchmal ist es schon ziemlich matschig. Bei Schlechtwetter artet der Lauf hier sicher zu einer Schlammschlacht aus. Da man hier mitten durch den Wald und das Moor lief war ich immer nach der Ausschau auf einen Elch. Diese hatten aber etwas besseres zu tun als mir vor die Linse zu laufen.

Bei Spiten kam ich dann
wieder auf einen breiten Feldfahrweg. Hier ging es dann auch teilweise wieder
bergauf. Am Ende des Feldweges geht es dann zunächst rechts und dann gleich
wieder links weg und man befindet sich wieder auf einem schmalen Pfad. Man überschreitet
über eine Brücke relativ kurz hintereinander den Bach Nevla, der hier zwei
Arme führt. Dann geht es ein Stück auf der Birkebeiner-Løypa entlang. Diese
Stelle kam mir allerdings nicht mehr bekannt vor. Im Sommer sieht es doch ein
wenig anders aus wie im Winter. Vor Sjøsætra musste ich mich wieder von der
Loipentrasse trennen und es ging wieder auf einem Pfad durch Wald und über
Wurzeln, Stock und Stein. Man kommt sich hier so richtig wie in der tiefsten
Wildnis vor. Bei den Hütten von Sjøsætra (15 km) machte ich dann
Mittagspause. Ich war von einer herrlichen Ruhe umringt und die Schafe die hier
weideten nahmen keine Notiz von mir. Das Gebimmle hat auf mich eine sehr
beruhigende Wirkung. Da kam es mir so richtig heimatlich vor, wie bei uns
zuhause auf der Alp.
Nach dem ich die Melodie der Natur ausgiebig genossen habe ging es weiter in
Richtung Lillehammer. Jetzt geht es meistens auf Loipentrassen entlang, aber
nicht wie man vermuten sollte abwärts, sondern es folgte ein ständiges auf und
ab. Die letzten paar Kilometer gehen dann auf den Trassen der olympischen
Langlaufstrecken. Zum Glück muss man hier nicht die kompletten Anstiege der
Loipen laufen, sondern darf meistens vorher wieder abwärts. Die Anstiege nach
fast 20 km darf man hier sicher nicht unterschätzen. Nach 21,3 km erfolgt dann
der Einlauf ins Mål (Ziel) im Birkebeiner Skistadion.
Fazit: Eine sehr schöne und anspruchsvolle Strecke. Auch wenn es auf dem Höhenprofil
so aussieht, als ob es nach 5 oder 6 km mehr oder weniger abwärts geht ist dem
nicht so. Es ist ein ständiger Wechsel von bergauf und bergab. Die Strecke
stellt dem Läufer auch laufend neue Aufgaben. Schotterwege, Pfade, Feld,
Wurzeln, Moor, Steine, ... hier wird alles geboten. Wenn es mit der Nachmeldung
für den Halbmarathon klappt, freue ich mich schon richtig darauf. Ich weiß
zwar nicht ob die Holztäfelchen, die den Birkebeiner-Løpet ausschildern den
ganzen Sommer aufgestellt bleiben, doch da ich noch ein paar Schilder vom
Birkebeiner-Rittet gesehen habe denke ich schon, kann ich die Tour auch jedem
als Wanderung empfehlen. Die Strecke ist 21,3 km lang und ich denke in 6 – 7
Stunden ist sie ganz gut zu schaffen. Leichte Trekkingschuhe, Gummistiefel oder
für Geübte Turnschuhe reichen vollkommen aus. Die Karte Birkebeineren 1 : 50
000 von Statens Kartverk ist auch sehr hilfreich. Falls die Schilder nicht
stehen bleiben wird in dem Buch „Wandern & Erleben, Südliches Norwegen“
von Ute und Peter Freier eine ähnliche Route beschrieben. Tour Nr. 11, von
Sjusjøen nach Lillehammer, 18 km, 5 ½ Stunden.

Beim Birkebeiner-Skistadion
wurde ich wieder abgeholt. Wir sind dann noch zur Skisprungschanze „Lysgårdsbakken“
gefahren. Dort sind wir auf den Turm und hatten einen traumhaften Blick auf das
Gudbrandsdal und die Stadt Lillehammer. Mit dem netten Mann im Kiosk auf dem
Schanzenturm schafften wir es sogar uns richtig nett auf norwegisch zu
unterhalten. Er hat sich so richtig gefreut, dass ich beim Birkebeiner-Løpet
mitmachen will. Er hatte zum Glück eine sehr deutliche Aussprache. Das Problem
ist allerdings dass ich noch viel zu wenig Wörter kann. Daran muss ich noch kräftig
arbeiten. Nach einem kurzen Einkaufstrip im Zentrum sind wir wieder zurück zu
unserer Hytte in Roterud. Dort ließen wir nach einem kurzen Trainingslauf von
mir den Tag gemütlich ausklingen.
79,8 km, Fylker: Hedmark,
Oppland.
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